Gender – eine gefährdete Analysekategorie?

Während Gender sich in vielen Disziplinen seit Jahrzehnten als produktive und erkenntnisfördernde Kategorie erwiesen hat, führt der globale Rechtsruck zu einer sich ausweitenden Infragestellung der Kategorie und zu neuen Formen von Gewalt gegenüber Personen, die an Gender als Kategorie und an Geschlecht als Konstruktion festhalten. Judith Butlers neues Buch Who’s Afraid of Gender? (2024, dt. 2025) beleuchtet diese Situation und regt dazu an, sich in der Gender-Forschung neu aufzustellen. 

Der Verein Frauen in der Literaturwissenschaft e.V. fördert Forschung, die Gender als Analysekategorie mitdenkt und Frau* nicht als biologisch verankerten Terminus versteht. Das diesjährige Kolloquium lädt Nachwuchswissenschaftler*innen ein, mit anderen zu teilen, wie Gender in ihre eigene literaturwissenschaftliche Forschung eingeht und Forschungsfragen dominant oder „unter anderem“ bestimmt. Mögliche Forschungsgebiete sind Gender und Intersektionalität, Transgender, Gender und Ökologie wie auch Gender Backlash. Von Interesse sind auch Forschungsbeiträge dazu, wie diese Fragen in den Sozialen Medien diskutiert werden und wie Autor*innen auf genderbasierte verbale Gewalt reagieren. Vorträge können alle Zeiträume und Gattungen der deutschsprachigen Literatur umfassen und über die genannten Themenbereiche hinausgehen.

Vorträge dauern 20 Minuten und werden von 20 Minuten Diskussion gefolgt. 

Link: https://forms.gle/JEFZqWzLVtkM71q89

Wir melden uns bis Mitte Mai zurück.

Organisatorinnen

Apl. Prof. Dr. Annette Bühler-Dietrich, Neuere Deutsche Literatur, Universität Stuttgart: Annette.buehler-dietrich@ilw.uni-stuttgart.de

Sylvia Schlettwein, German Studies, University of Namibia:
sschlettwein@unam.na

Associate Prof. Dr. Stefanie Ohnesorg, World Languages and Cultures, University of Tennessee, USA:
ohnesorg@utk.edu

Beginn des Kolloquiums: Freitag, 12.6., 14.00, Ende Samstag, 13.6., 18.00

Zusatzveranstaltungen:

Samstag, 13.6., 19.30 Ein Gespensterreigen. Lesung zum 100. Geburtstag von Gerlind Reinshagen, Birkenkopf, Stuttgart. 

Sonntag, 14.6., 10.00: Besuch des Literaturmuseums der Moderne in Marbach

Gender in/and Nature in German Studies Review and Outlook from an Ecocritical Perspective

University of Stuttgart, May 23 – 24, 2025

Friday, May 23, 2025

  • 1:30 – 2:00 pm:  Welcome and Introduction
    Christine Kanz (University of Education Upper Austria, Linz) and Stefanie Ohnesorg (University of Tennessee)
  • 2:00 – 3:20 pm: Session 1 (introduced and led by Christine Kanz)
    • Gaby Pailer (University of British Columbia)
      The Call of the She-Wolf: Alpha-Wölf:innen bei Jack London, Marie von Ebner- Eschenbach und Rick McIntyre
    • Laura Beck (University of Hannover)
      The Autobiographical Self-Fashioning of Female Hunters in Contemporary European Literature (working title)
  • 3:20 – 3:30 pm: Break
  • 3:30 – 5:30 pm: Session 2 (introduced and led by Stefanie Ohnesorg)
    • Linda Puccioni (University of Siena)
      Frau Mutter – Mutter Erde: Marlen Haushofers Die Wand zwischen Ecocriticism und Feminismus
    • Christine Kanz (University of Education Upper Austria, Linz)
       Frauen(bewegung) und/in Natur: Verena Stefans Landgeschichten
    • Urte Stobbe (University of Cologne)
      Mensch-Pflanze-Interaktionen in den Gedichten Sarah Kirschs
  • 17:30 – 18:30: Workshop: Work(ing) on Selected Ecocritical German Texts
    Readings are disseminated among participants ahead of the conference
    Christine Kanz, Stefanie Ohnesorg, and Altina Mujkic (University of Stuttgart)
  • Starting at 7:00 pm: Joint Visit of the Stuttgart Literaturfestival
A blue background with black text

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Saturday, May 24, 2025

  • 8:30 am: Arrival and Welcome
  • 9:00 – 11:00 am: Session 3 (introduced and led by Annette Bühler-Dietrich)
    • Lee Teodora Gušić (University of Frankfurt)
      Das Tröstliche und das Natürliche in den Werken von Christa Reinig
  • Ragesree Roy (University of Warwick)
    Gender Precarity, Memory and Violence: Reading Water through Agential Realism in German literature: Karen Duve’s Rain (1999) and Esther Kinsky’s River (2017).
  • Stefanie Ohnesorg (University of Tennessee)
    Ökokritische Annäherungen an Ulrike Draesners Doggerland
  • 11:00 – 11:15 am: Break
  • 11:15 am – 13:15 pm: Session 4 (introduced and led by Christine Kanz)
    • Annina Klappert (University of Erfurt/Augsburg)
      Momente der aisthesis: Poetische Verschränkungen des Lebendigen in Silke Scheffels Gedichten
    • Erika Berroth (Southwestern University)
      Multispeziesische Verflechtungen und vibranter Materialismus in Marica Bodrožićs Texten der Migration
    • Annette Bühler-Dietrich (University of Stuttgart)
      ‘Sich in der Natur verlieren’ in Chantal-Fleur Sandjon City of Trees
  • 13:15 – 13:45 – Final Remarks & Departure
    Christine Kanz (University of Education Upper Austria, Linz), Stefanie Ohnesorg (University of Tennessee), Annette Bühler-Dietrich (University of Stuttgart)

FrideL-Doktorand*innensymposium 2024

8.-9. November 2024 I Universität Stuttgart

Vom 6. bis 9. November findet in Stuttgart das von Yeama Bangali kuratierte Festival „Pop-up-Werkstatt Schwarze deutsche literarische Perspektiven“ statt. https://www.popupwerkstatt.de/

Grund genug, unser Doktorand*innenkolloquium auf diesen Zeitraum zu legen, damit alle Teilnehmer*innen auch an den Veranstaltungen am Freitagabend und am Samstag teilnehmen können.

Ausgehend von den Perspektiven des Festivals lädt das Kolloquium zu Vorträgen über postmigrantische, transnationale und dekoloniale Genderperspektiven innerhalb der deutschsprachigen Literatur ein.

Die Vorträge sollen einen Einblick in das jeweilige Promotionsprojekt geben und dazu von einem spezifischen Beispiel des Textkorpus ausgehen. Pro Vortragende*r sind 40 Minuten vorgesehen (20 Min. Vortrag, 20 Min. Diskussion).

Interessierte schicken bitte bis zum 13.10. ein Abstract von 300 Wörtern an Annette Bühler-Dietrich und Sylvia Schlettwein: annette.buehler-dietrich@ilw.uni-stuttgart.desschlettwein@unam.na

Für eine Teilnahme am Kolloquium ist es notwendig, Mitglied zu sein. Der Beitrag für Teilzeitbeschäftigte beträgt 20€. https://www.fridelev.de/mitglied-werden/

„Kann denn die Frau so was?“ Ein Kolloquium zum Werk und Nachlass von Gerlind Reinshagen

Bild: Pola Polanski

Die Schriftstellerin Gerlind Reinshagen (1926-2019) hat Hörspiele, Theaterstücke, Romane und Lyrik publiziert, wurde vom Suhrkamp Verlag verlegt und auf allen großen Bühnen der 1970er Jahre gespielt – und scheint doch sowohl auf dem Theater als auch in der Literaturwissenschaft vergessen. Grund genug, ihr Werk und ihre Relevanz für das Theater heute im Rahmen einer Tagung am Deutschen Literaturarchiv Marbach mit Forscher:innen und Theaterpraktiker:innen zu beleuchten.  Eine studentische Lesung von Sonntagskinder, eine Lecture-Performance von Corinne Maier zum letzten künstlerischen Projekt Reinshagens, eine Ausstellung von Pola Polanskis Powerfrauen in der Literatur und eine Podiumsdiskussion mit Theaterpraktiker:innen erweitern das Kolloquium über die wissenschaftliche Diskussion hinaus. 

Anmeldung unter forschung@dla-marbach.de

Performing Gender – intersektionale literarische und theatrale Praktiken von Geschlecht

Doktorand:innenkolloquium Frauen in der Literaturwissenschaft FrideL e.V. 2023

Das diesjährige Forschungskolloquium des Vereins Frauen in der Literaturwissenschaft FrideL e.V. widmet sich den literarischen und theatralen Formen, Gender zu schreiben und zu performen. Die Berücksichtigung intersektionaler Faktoren bei der Analyse von Geschlecht sowie Promotions- und Postdoc-Projekte spezifisch zu weiblichen, weiblich-identifizierten und nicht-binären Künstler:innen in Drama und Theater sind von besonderem Interesse. Darüber hinaus sind aber auch alle willkommen, die den Austausch mit anderen Promovierenden rund um das Thema Gender und Intersektionalität suchen.

LESUNG: unzweideutig non-binär

mit Sylvia Schlettwein und Pola Polanski

Sylvia Schlettwein liest aus ihrem Buch „Katima. Eine Kindheit in Namibia“. In diesen Geschichten erinnert sich Schlettwein an einen besonderen Baumfreund, das Weihnachtsgebäck ihrer Mutter, die südafrikanische Langstreckenläuferin Zola Budd, rothaarige Schönheiten und an sich selbst – auf der Suche nach Antworten auf Fragen, die einem auf der Zunge brennen und vor denen man nicht fortlaufen kann.

https://www.instagram.com/sylviaschlettwein/

Pola Polanski liest aus ihrem Buch „Phantasmen des Erinnerns“ Textstellen, die von ihren komplizierten Beziehungen zu Frauen handeln. Die Verliebtheiten in Frauen stellten einen gescheiterten Versuch dar, die Beziehung zur bösen Mutter zu heilen.

https://www.instagram.com/pola_polanski/

polapolanski.de

Moderation: Annette Bühler-Dietrich

Die Lesung findet statt im Rahmen des Doktorand*innenkolloquiums Performing Gender – intersektionale literarische und theatrale Praktiken von Geschlecht.

Jährliche Mitgliederversammlung 2023

Schon in Kürze findet unsere jährliche Mitgliederversammlung statt, zu der wir hiermit herzlich einladen möchten. Diesmal wird sie in hybrider Form abgehalten.

Auch eine Onlineteilnahme möglich. Bitte hierzu Voranmeldung bis Donnerstag, 30. November 2023, EOB über info@fridelev.de, um die Zugangsdaten zu erhalten

Vorläufige Tagesordnung

1. Annahme des Protokolls
2. Jahresbericht
3. Kassenbericht
4. Prüfung des Kassenberichts
5. Entlastung des Vorstandes
8. Planung 2024
9. Verschiedenes

Wir freuen uns auf die gemeinsamen Stunden mit unseren Fride*innen, auf einen aktiven Austausch, auf Diskussionen zu aktuellen Themen und Fragestellungen. Auch Interessent*innen, die mit dem Gedanken spielen, dem Verein beizutreten, sind herzlich willkommen.

CFP: Performing Gender – intersektionale literarische und theatrale Praktiken von Geschlecht

Doktorand:innenkolloquium Frauen in der Literaturwissenschaft FrideL e.V. 2023

Das diesjährige Forschungskolloquium des Vereins Frauen in der Literaturwissenschaft FrideL e.V. widmet sich den literarischen und theatralen Formen, Gender zu schreiben und zu performen. Die Berücksichtigung intersektionaler Faktoren bei der Analyse von Geschlecht sowie Promotions- und Postdoc-Projekte spezifisch zu weiblichen, weiblich-identifizierten und nicht-binären Künstler:innen in Drama und Theater sind von besonderem Interesse. Darüber hinaus sind aber auch alle willkommen, die den Austausch mit anderen Promovierenden rund um das Thema Gender und Intersektionalität suchen.

Das Kolloquium findet am 1. Dezember ab 14 Uhr statt und endet am 2.12. um 16 Uhr. Eine Abendveranstaltung mit der namibischen Autorin Sylvia Schlettwein zu ihrem deutschsprachigen autobiographischen Text Katima (Berlin 2021) und der Stuttgarter Autorin Pola Polanski zu ihrem Roman Phantasmen des Erinnerns (Gelsenkirchen 2023) ist für den 1.12. geplant. 

Für die Teilnahme bitten wir um eine Registrierung als FrideL-Mitglied auf www.fridelev.de. Eine Online-Teilnahme ist möglich.

Bitte schicken Sie Ihre Abstracts bis zum 15.10. an Prof. Dr. Annette Bühler Dietrich (annette.buehler-dietrich@ilw.uni-stuttgart.de) und an Prof. Dr. Christine Kanz (christine.kanz@ph-ooe.at ).

Mitgliederversammlung 2022

Langsam neigt sich das Jahr 2022 dem Ende und schon bald findet unsere jährliche Mitgliederversammlung statt.

Auch Sie können einfach dabei sein. Hierzu genügt eine kurze Mail an info@fridelev.de. Sie erhalten dann einen Link zum virtuellen Meetingraum und genauere Angaben zum Veranstaltungsort.

Wir freuen uns auf die gemeinsamen Stunden mit unseren FrideL*innen, auf einen aktiven Austausch, auf Diskussionen zu aktuellen Themen und Fragestellungen, und einem etwas anderem Beisammensein. Auch Interessent*innen, die mit dem Gedanken spielen, dem Verein beizutreten, sind selbstverständlich willkommen.

Herzliche Grüße und hoffentlich bis bald

Prof. Dr. Christine Kanz, Pädagogische Hochschule Linz/ Universität Gent (1. Vorsitzende)

Prof. Dr. Gaby Pailer, University of British Columbia (2. Vorsitzende)

Apl. Prof. Dr. Annette Bühler-Dietrich, Universität Stuttgart (Beisitzerin

Call for Papers

Image of a woman being carried through the air by swans.

XV. Kongress der Internationalen Vereinigung für Germanistik „Sprache und Literatur in Krisenzeiten“

Sektion: Naturalismus – ‚weiblich‘? Zur Kritik heteronormativer ‚Eindeutigkeit‘ im Schul- und Universitätsunterricht

Location:
Graz, Österreich

Datum:
20. bis 27. Juli 2025

Ansprechperson:
Prof. Dr. Gaby Pailer

Gaby Pailer (Vancouver, Kanada), Annette Bühler-Dietrich (Stuttgart/Ludwigsburg, Deutschland) und Susanne Balmer (Winterthur/Zürich, Schweiz)

Die Sektion nimmt das Epochenphänomen des Naturalismus in den Blick, das bislang auf Werke und Schriften männlicher Autoren ‚vereindeutigt‘ ist. Die heteronormativ gesteuerte Wahrnehmung manifestiert sich stets neu durch Textauswahl und Theoriebildung, wie sie in schulischen und universitären Lehrveranstaltungen vermittelt werden. Dabei ist der Naturalismus als Literatur-, Theater- und Kunstrichtung des Fin-de-Siècle bereits ‚vieldeutig‘ codiert, bezieht er sich doch auf empiristisch-naturwissenschaftliche Theoriebildungen (Stichworte: Vererbung, Determinismus, Entwicklung, Sexualität) und gesellschaftlich-lebensweltliche Phänomene (Identitäts-, Familien- und Geschlechterkonstellation; Staats- und Klassenorganisation). Die Sektion lädt ein, sich mit den durchaus vielfältigen Arbeiten von Naturalistinnen in allen Genres, Formen und Sparten (Schriftstellerinnen, Theaterfrauen, Künstlerinnen, Theoretikerinnen) und ihren Beiträgen zum Epochenphänomen des Naturalismus zu befassen, um der traditionell ‚männlichen‘ Kanonisierung entgegenzusteuern und künftig in der schulischen und akademischen Theorie und Praxis neue Formen der Diversität und Inklusion zu ermöglichen.

Die Sektion steht zum einen im Zusammenhang eines vom kanadischen Social Sciences and Humanities Council (SSHRC) geförderten Forschungsprogramms zu „Women’s Drama and Theatre in German Language Europe, 1600-2025“, zum zweiten will sie zur Vernetzung mit der Vereinigung Frauen in der Literaturwissenschaft (FrideL e.V.) beitragen.

Vortragsvorschläge reichen Sie bitte mit Titel, Abstract (ca. 200 Wörter), sowie einer Kurzvita bis zum 15. November bei der Sektionsleitung ein. Email: pailer@mail.ubc.ca