Call for Papers

Image of a woman being carried through the air by swans.

XV. Kongress der Internationalen Vereinigung für Germanistik „Sprache und Literatur in Krisenzeiten“

Sektion: Naturalismus – ‚weiblich‘? Zur Kritik heteronormativer ‚Eindeutigkeit‘ im Schul- und Universitätsunterricht

Location:
Graz, Österreich

Datum:
20. bis 27. Juli 2025

Ansprechperson:
Prof. Dr. Gaby Pailer

Gaby Pailer (Vancouver, Kanada), Annette Bühler-Dietrich (Stuttgart/Ludwigsburg, Deutschland) und Susanne Balmer (Winterthur/Zürich, Schweiz)

Die Sektion nimmt das Epochenphänomen des Naturalismus in den Blick, das bislang auf Werke und Schriften männlicher Autoren ‚vereindeutigt‘ ist. Die heteronormativ gesteuerte Wahrnehmung manifestiert sich stets neu durch Textauswahl und Theoriebildung, wie sie in schulischen und universitären Lehrveranstaltungen vermittelt werden. Dabei ist der Naturalismus als Literatur-, Theater- und Kunstrichtung des Fin-de-Siècle bereits ‚vieldeutig‘ codiert, bezieht er sich doch auf empiristisch-naturwissenschaftliche Theoriebildungen (Stichworte: Vererbung, Determinismus, Entwicklung, Sexualität) und gesellschaftlich-lebensweltliche Phänomene (Identitäts-, Familien- und Geschlechterkonstellation; Staats- und Klassenorganisation). Die Sektion lädt ein, sich mit den durchaus vielfältigen Arbeiten von Naturalistinnen in allen Genres, Formen und Sparten (Schriftstellerinnen, Theaterfrauen, Künstlerinnen, Theoretikerinnen) und ihren Beiträgen zum Epochenphänomen des Naturalismus zu befassen, um der traditionell ‚männlichen‘ Kanonisierung entgegenzusteuern und künftig in der schulischen und akademischen Theorie und Praxis neue Formen der Diversität und Inklusion zu ermöglichen.

Die Sektion steht zum einen im Zusammenhang eines vom kanadischen Social Sciences and Humanities Council (SSHRC) geförderten Forschungsprogramms zu „Women’s Drama and Theatre in German Language Europe, 1600-2025“, zum zweiten will sie zur Vernetzung mit der Vereinigung Frauen in der Literaturwissenschaft (FrideL e.V.) beitragen.

Vortragsvorschläge reichen Sie bitte mit Titel, Abstract (ca. 200 Wörter), sowie einer Kurzvita bis zum 15. November bei der Sektionsleitung ein. Email: pailer@mail.ubc.ca

„Nüchtern wie Cellophan“: Die Schriftstellerin Adelheid Duvanel – Meisterin der kleinen Formen

Adelheid Duvanel (1936–1996) ist die Wiederentdeckung des Jahres 2021. Eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Schweizer Autorin fand jedoch bisher nicht statt. Das wollen wir ändern und möchten uns in der geplanten Tagung (25. und 26. November 2022) dem Werk Duvanels und ihrer Einordnung in die Schweizer / deutschsprachige Literatur widmen.

In der Schweiz wird die Neuauflage der vergessenen und niemals zuvor als Gesamtausgabe publizierten Kurzgeschichten Adelheid Duvanels gegenwärtig als große literarische Wiederentdeckung gefeiert. Der NDR Podcast entdeckt das Ungewisse bei Duvanel, Bayern 2 widmet sich Duvanel und Max Frisch, der SRF feiert die vergessene Autorin am Schweizer Vorlesetag. Duvanels Erzählungen und Zeichnungen erleben Hochkonjunktur und werden in der Schweiz bei Zürich liest und Buch Basel gewürdigt und der Literaturzeitschrift Das Narr dient Duvanel als Vorlage zur erneuten Rezeption.

Das Werk besteht aus kleinen Formen: zahlreiche dichte Miniaturen, die bizarre Szenen von Außenseiter*innen in engen Verhältnissen zeigen. Die Protagonist*innen ebenso wie ihre Geschichten sind sperrig, unpassend, schonungslos, kauzig und ironisch. Ihre Welt ist fremd und sie bleiben der Welt fremd. Peter von Matt spricht von „Komödien der Einsamkeit“. Die Einzigartigkeit dieser Geschichten entzieht sich des Vergleichs mit den kanonisierten Meistern kleiner Formen wie etwa Franz Kafka und Robert Walser. Fragt man danach, warum Adelheid Duvanel vergessen wurde, kann es also kaum ihre Partikularität sein. In Betracht kommt eher, dass von ihr zwar ebenfalls ein zeichnerisches Werk vorliegt, aber keine literarische Großform.

Duvanel gerät immer mal wieder in den Fokus der Forschung. Es stellt sich die Frage, an welche aktuelle gesellschaftliche Debatte das Schaffen der Autorin nun anschließbar ist. Betrifft es die Isolation und Vereinzelung, die die Corona-Krise ausgelöst hat?

Dies umkreist auch weitere Themenfelder wie gesellschaftliche Marginalisierung, Tabu und psychische Krankheit. Oder handelt es sich um eine mehr oder weniger feministische Wiederentdeckung?

Die Tagung verfolgt das Ziel, umfassend an das Werk Duvanels heranzutreten. Für Rückfragen stehen Ihnen Friederike Ehwald, ehwald.friederike@gmail.com und Birgitt Reiss: birgitt.reiss@ilw.uni-stuttgart.de zur Verfügung.

Die Tagung findet vom 25. bis 26.11.2022 an der Universität Stuttgart statt. Veranstaltet wird die Tagung vom Verein FrideL e.V. – Frauen in der Literaturwissenschaft in Zusammenarbeit mit der Abteilung Neuere Deutsche Literatur der Universität Stuttgart und dem Literaturhaus Stuttgart.

Die Publikation eines Sammelbandes im Anschluss an die Tagung ist geplant.  

Kriegsbilder.

Strategien bildlicher Emotionslenkung in Visualisierungen des Krieges

Kriege sind schon immer mit Bildern verknüpft worden. Die Ikonographie der Kriegsbilder reicht von Darstellungen des Trojanischen Krieges auf antiken Vasen und mittelalterlichen Kämpfen auf feingewobenen Teppichen bis hin zu Kriegsbildern in den visuellen Medien der Gegenwart, in Filmen ebenso wie auf digitalen Bildschirmen. Die über die Medien vermittelten Kriegsbilder des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart mach(t)en Geschichte, indem sie unsere Wahrnehmung des Krieges und unsere Haltung zum Krieg maßgeblich prägen. 

Ziel ist es zu analysieren, ob Visualisierungen des Krieges in den Medien westlicher Industrienationen spezifischen Bildmustern gehorchen, die sich in fast allen Kriegen wiederholen. Dabei soll zum einen herausgefunden werden, inwiefern Kriegsbilder ein ikonisches Bildgedächtnis gestalten und somit Geschichte machen können (Beispiel: Foto des fliehenden ‚Napalm-Mädchens’ im Vietnamkrieg). Zum anderen ist zu fragen, ob in Bildern des Krieges, ähnlich wie in Bildern des Terrorismus (vgl. Klonk 2017), bestimmte Emotionalisierungsstrategien zugrunde liegen, die bewirken, dass nicht etwa der Bildinhalt selbst, sondern die an ihn geknüpften Emotionen (wie etwa Wut, Hass, Angst) im Vordergrund stehen. 

Dabei gehen wir von einem plurimedialen Medienbegriff aus, der verschiedene Bild-Genres, wie zum Beispiel Film, Foto, Kunst und digitale Bilder umfasst. Auch Literatur gehört dazu, da ja auch Texte bildlich strukturiert sein können und Visualisierungen produzieren. Bilder wiederum beanspruchen Texte für ihre Interpretation und Zirkulation bzw. sprechen gar selbst (Mitchell 2011). 

Mit diesem Workshop im Rahmen eines größeren Projekts zum Thema wollen wir nicht zuletzt auch zur Beantwortung einer ethisch ausgerichteten Fragestellung beitragen, indem wir auch nach der Verantwortung der betrachtenden Person angesichts von Kriegsbildern fragen. Was lässt sich bezüglich deren Bewertung und auch deren Weiterverbreitung feststellen? Welche „ethischen“ Konventionen oder gar Richtlinien lassen sich im Umgang mit Kriegsbildern ausmachen und inwiefern sind sie zu hinterfragen und neu zu formulieren?

Internationaler Workshop
Organisation & Leitung: HS-Prof. Dr. habil. Christine Kanz
Projektmitarbeit: Judith Rießner, MA

Kontakt für die Anmeldung zur ZOOM-Veranstaltung:
christine.kanz@ph-ooe.at

CFP: Seminar: “Women’s Drama and Theatre in German” German Studies Association, 45th Annual Conference

Around 1800, the producer (or, “author”) and literary/stage protagonist (or, “hero”) came to be invariably coded as bourgeois middle class, white and male, whereas women received the part of actresses and translators. This gender dichotomy in the perception of male vs. female productivity kept shaping traditional approaches to drama and theatre across the ages, from late medieval well into the 20th century, reaching into our present. This seminar aims at revisiting and contextualizing women’s dramatic texts and theatrical activities in German-language Europe across the ages, bringing to light women’s agency and significance within an over 500-year-long period by means of taking a transcultural, post-national and intersectional approach. The seminar forms part of a new larger project dedicated to a comprehensive Handbook, under review for a SSHRC Insight Grant. It wants to discuss how feminist scholarship in drama and theatre towards the production of the Handbook best proceed.
In view of the planned Handbook, the seminar is meant to instigate scholarship on a diverse cultural productivity by women, from the late medieval period onward. Pioneering research on women’s drama and theatre was rendered as of the late 1980s, leading to significant scholarly output in the field. Since then, women in contemporary German drama and theatre have gained wider presence and recognition; yet a plethora of them still remain in the shadow of their male colleagues up to today. The goal of the seminar is to invite papers dedicated to the early modern to present periods in order to share existing/evolving research and to discuss the topic of women’s drama and theatre from different disciplinary and methodological angles. Peer-review of papers submitted in early August will acquaint participants with each other’s scholarship. Conveners will share current ideas on the Handbook and encourage discussion once the group is constituted. They will structure the discussion before and during the seminar and set up the peer review process. For that a shared google drive folder will be set up. Audiovisual material pertaining to the papers will be shared beforehand. Participants can eventually be invited to collaborate on the Handbook.


Application Process
Please submit a brief abstract outlining the focus of your research and how you see it fit with the larger seminar topic (250 – 500 words) as well as a short CV through the GSA website:
https://www.xcdsystem.com/gsa.
The GSA Seminar portal is expected to be open from January 4th to
25th, 2021.
At this time, the GSA conference organizers are optimistic that an onsite conference will be possible, come October.

Information regarding the format of GSA Seminars:
Our conference will again host a series of seminars. Seminars meet for all three days of the conference during the first or second morning slot to foster extended discussion, rigorous intellectual exchange, and intensified networking. They are led by two to four conveners and consist of 10 to 20 participants, at least some of whom should be graduate students. In order to reach the goal of extended discussion, seminar organizers and participants are required to participate in all three installments of the seminar.

Co-organizers
This Seminar is jointly organized by Annette Bühler-Dietrich (University of Stuttgart, Germany; email: annette.buehler-dietrich@ilw.uni-stuttgart.de) and Gaby Pailer (University of British Columbia, Vancouver, Canada; email: pailer@mail.ubc.ca). Please get in touch if you have any questions regarding the application process and format of this Seminar. We are looking forward to your submission.

Jährliche Mitgliederversammlung 2020

In Kürze findet unsere jährliche Mitgliederversammlung statt. Nach wie vor gestaltet sich aufgrund von Corona ein persönliches Zusammentreffen als schwierig. Daher laden wir Sie herzlich zu unserem ersten virtuellen Meeting ein.

Um einen Überblick zu bewahren und aus datenschutzrechtlichen Gründen bitten wir Sie um eine kurze Anmeldung. Eine einfache Mail an info@fridelev.de genügt. Sie erhalten rechtzeitig einen Link zum virtuellen Meetingraum.

Wir freuen uns auf einen gemeinsamen Abend, auf einen aktiven Austausch, auf Diskussionen zu aktuellen Themen und Fragestellungen, und einem etwas anderem Beisammensein mit Ihrem persönlichen Wahlgetränk. Auch Interessent*innen, die mit dem Gedanken spielen, dem Verein beizutreten, sind herzlich willkommen.

Herzliche Grüße und hoffentlich bis bald

Prof. Dr. Christine Kanz, Pädagogische Hochschule Linz/ Universität Gent (1. Vorsitzende)

Prof. Dr. Gaby Pailer, University of British Columbia (2. Vorsitzende)

Apl. Prof. Dr. Annette Bühler-Dietrich, Universität Stuttgart (Beisitzerin)

Flucht + Migration: Literarische Zugänge zu einem globalen Phänomen

Ringvorlesung

In Zusammenarbeit mit Engagement Global GmbH – Service für Entwicklungsinitiativen präsentiert die Universität Stuttgart in diesem Semester eine virtuelle Vorlesung zu Flucht und Migration.

Flucht und Migration sind aktuelle politische und soziale Phänomene, die auch in Literatur und Film aufgegriffen werden. Autorinnen und Autoren, die selbst geflüchtet sind oder sich mit Flucht, Migration und Exil befassen, kommen in der Ringvorlesung zu Wort. Die Vorträge und Lesungen sind auf Deutsch und Englisch. Es gibt Lyrik, Drama, Prosa und zu Beginn eine sozialwissenschaftliche Einführung. Filmschauen und Filmgespräche runden den Blick in verschiedene Genres ab.

Die Ringvorlesung richtet sich an die interessierte Öffentlichkeit, Studierende, Lehrende, Lehrkräfte, Bildungsschaffende in der Erwachsenenbildung und dem Globalen Lernen. Studierende können im Rahmen der Ringvorlesung fachspezifische Qualifikationen und überfachliche Schlüsselqualifikationen erwerben. 

Hier finden Sie das gesamte Programm für das Sommersemester 2020

Feministische Zirkulationen zwischen Ost und West

Annette Bühler-Dietrich (Hg.)

Feminist Circulations between East and West / Feministische Zirkulationen zwischen Ost und West

Feministische Positionen zirkulieren in der Bewegung von Ideen, Theorien und Personen. Der Zirkulation feministischer und querer Positionen zwischen Ost und West widmen sich in diesem Band Kultur- und Literaturwissenschaftler*innen, die zu Aktivismus in Osteuropa, zu osteuropäischen Literaturen und zur deutschsprachigen Literatur von aus Osteuropa stammenden Autor*innen arbeiten. Gemeinsam ist ihnen die Frage, wie in verschiedenen literarischen, sozialen und politischen Kontexten mit Parametern von Heterogenität in Bezug auf Gender, Sexualität und Herkunft umgegangen wird. So treten unter anderem Forschungen zu quererem Aktivismus in der Ukraine und zu Feminismus in Russland in Dialog mit Beiträgen zu Olga Grjasnowa, Sasha Marianna Salzmann und Olga Tokarczuk.

Weitere Informationen finden Sie auf der offiziellen Webseite des Verlags Frank & Timme.

Literatur auf der Suche

Annette Bühler-Dietrich / Friederike Ehwald / Altina Mujkic (Hg.)

Literatur auf der Suche. Studien zur Gegenwartsliteratur

Suchbewegungen sind ein zentrales Motiv der Gegenwartsliteratur. Dazu gehören die geografische Suche nach einem Weg oder Ausweg und Erfahrungen im Exil und Fremdheit ebenso wie die innere Auseinandersetzung mit Verlust, Trauer und Trauma in Verbindung mit der Möglichkeit einer Neuorientierung. Die Autorinnen und Autoren dieses Bandes analysieren das Motiv der Suche im Roman von Alida Bremer, Olga Grjasnowa, Anna Valeri, Martin Kordic, Nicol Ljubić, Terézia Mora, Ilma Rakusa und Dubravka Ugreić. Darüber hinaus gehen sie am Beispiel von Lukas Bärfuss und Ahmadou Kourouma auf Fremdwahrnehmungen und Übersetzungen ein.

Weitere Informationen finden Sie auf der offiziellen Webseite des Verlags Frank & Timme.